Eggesin. In der Lutherkirche Eggesin wurde Ostrock lebendig. Die Band Ostrocker brachte bekannte Lieder aus der ostdeutschen Rockgeschichte auf die Bühne. Randowfunk sprach vor dem Konzert mit Christian, dem Frontmann und Projektleiter der Band.
Im Interview erklärte Christian, warum diese Musik für viele Menschen noch immer eine besondere Bedeutung hat. Ostrock sei nicht einfach nur Musik von früher. Viele Lieder würden Erinnerungen wecken, aber auch heute noch etwas erzählen. Es gehe um Liebe, Sehnsucht, Freundschaft, das Leben und manchmal auch um das Gefühl, nicht aufzugeben.
Ostrock nennt man Rockmusik, die besonders in der DDR bekannt wurde. Viele Bands aus dieser Zeit sind bis heute berühmt. Dazu gehören zum Beispiel Puhdys, Karat, City, Silly, Rockhaus, Elektra und Pankow. Auch jüngere Menschen kennen manche Lieder, weil sie in Familien weitergegeben werden oder bei Konzerten immer wieder gespielt werden.
Die Ostrocker wollen diese Musik nicht einfach nur nachspielen. Christian machte im Gespräch deutlich, dass es der Band wichtig ist, den Liedern mit Respekt zu begegnen. Die Songs sollen so klingen, dass sich die Menschen daran erinnern können, wie sie sie kennen. Gleichzeitig ist jedes Konzert live und dadurch immer ein bisschen anders.
In Eggesin passte der Ort besonders gut zur Musik. Die Lutherkirche sorgte für eine besondere Atmosphäre. Gerade ruhigere und gefühlvolle Lieder wirkten dort sehr stark. Auf der Setliste standen unter anderem „Lebenszeit“ von den Puhdys, „Blumen aus Eis“ von Karat, „Bataillon d’amour“ von Silly, „Jugendliebe“ von Ute Freudenberg und „Am Fenster“ von City.
Ein besonderer Klang kam durch die Geige dazu. Bei mehreren Liedern spielte sie eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei „Nie zuvor“ von Elektra und „Schwanenkönig“ von Karat, aber gerade auch im Titel "Am Fenster" von City. In einem Kirchenraum kann so ein Instrument besonders eindrucksvoll klingen, weil der Ton lange im Raum bleibt. Einzigartig und für die Ostrocker eine Premiere war das Zusammenspiel mit der Orgel der Lutherkirche, gespielt von Heike. Am Ende des "König der Welt" folgte noch ein gefeiertes Saxsofon-Solo. Die über 300 Gäste erlebten einen echten Gänsehaut - Moment.
Nach dem ersten Teil des Konzerts gab es eine Pause. Danach folgten weitere bekannte Titel wie „Über sieben Brücken“, „Ich liebe Dich“, „Der blaue Planet“, „Alt wie ein Baum“ und „Rockerrente“. Als Zugabe standen unter anderem „Eisbären“, ein Ost-Rock-Medley, „Langeweile“ von Pankow und „Wand an Wand“ von City auf dem Programm.
Für viele Besucherinnen und Besucher war das Konzert mehr als nur ein Musikabend. Es war auch eine Reise in die Vergangenheit. Manche kannten die Lieder aus ihrer Jugend. Andere hörten sie vielleicht zum ersten Mal bewusst.
Das Gespräch mit Christian zeigte außerdem, dass hinter dem Projekt viel Leidenschaft steckt. Die Ostrocker spielen diese Lieder nicht nur, weil sie bekannt sind. Sie spielen sie, weil sie selbst eine Verbindung zu dieser Musik haben. Dadurch wirkt das Konzert nicht wie eine Kopie, sondern wie eine lebendige Erinnerung an eine wichtige Musikzeit.
Am Ende blieb der Eindruck: Ostrock ist nicht nur Geschichte. Die Lieder funktionieren noch immer, weil sie Themen behandeln, die Menschen verstehen. Das Konzert in Eggesin zeigte, dass Musik Brücken bauen kann: zwischen früher und heute, zwischen Bühne und Publikum und zwischen verschiedenen Generationen.