Manchmal braucht man nach der Schule nicht viel. Nur raus aus dem Gebäude, Luft holen, kurz weg von allem. Und dann gibt es diesen einen Plan, der immer funktioniert: Ich und meine beste Freundin gehen Döner essen. Klingt simpel, ist aber für uns jedes Mal wie ein kleiner Neustart.
Wir sehen uns schon von weitem und wissen sofort, was jetzt kommt. Zwei braune Haare, zwei schnelle Schritte, und dieses Grinsen, das sagt: „Okay, jetzt wird’s gut.“ Auf dem Weg reden wir über alles – was heute genervt hat, was lustig war, wer wieder übertrieben hat, und was wir morgen anders machen. Und irgendwie fühlt sich das schon leichter an, bevor wir überhaupt da sind.
Im Laden ist es jedes Mal gleich und trotzdem jedes Mal besonders: der Geruch vom Grill, das Geräusch, wenn geschnitten wird, die Frage „Was drauf?“ und dieses kurze Überlegen, als wäre es eine riesige Entscheidung. Ich sag meistens „alles“, sie guckt mich an und lacht, weil sie weiß, dass ich am Ende doch wieder Servietten brauche. Und ja, meistens landet irgendwo Soße – am Ärmel, an der Hand, manchmal gefühlt überall. Aber genau das gehört dazu.
Das Beste ist nicht mal nur der Döner. Das Beste ist, dass wir nebeneinander stehen, essen, lachen und kurz so tun können, als wäre die Welt nicht so kompliziert. Wir teilen Pommes, wir teilen Sprüche, wir teilen diesen Moment. Und wenn jemand komisch guckt, ist uns das egal – weil wir wissen, wie gut sich das anfühlt.
„Dönerliebe“ ist für mich genau dieses Gefühl als Song: warm, laut, witzig und ein bisschen chaotisch. Nicht perfekt, aber echt. Wie unser Ritual. Wie Freundschaft, die nicht viel braucht – außer Zeit, Hunger und jemanden, mit dem man einfach man selbst sein kann.